Hunderte? Tausende! Lerchenammern deuten auf gutes Naturmanagement

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Lark Like Bunting / Lerchenammer

die Natur erlaubt keine Planung…

2012 war das erste Jahr wo es kaum regnete. 2013 war dann komplett mit Sonnenschein gesegnet. Bis 2019 dauerte es, die Natur auf unserer Farm bis auf Null zu reduzieren. 

Wir lachen gern über Bauern, die nach einem oder zwei trockneren Jahren schon von Dürren sprechen. Wir Südwester, wir wissen was Dürre ist, alles, aber wirklich alles zu verlieren. Hier geht es nicht um Geld. Es geht um das Leben welches uns umgibt, einschließlich lästiger Käfer, stacheliger Pflanzen und natürlich den beliebten Säugern und Federvieh.

Seit drei Jahren sieht es wieder besser aus, hier im Süden Namibias, man kann wieder atmen, hoffen und viele wagen sogar weiter zu farmen.

Heute morgen war ich früh am strampeln… man muss ja fit bleiben, und bitteschön auch motiviert, denn Reisen basteln kostet ausser viel Liebe und guten Ideen auch ein gewisses Maß an freudvollem Sich-dran-wagen! 

Oft frage ich mich ob es sich lohnt, diese ewige Geld-ausgeberei die Wasserstellen auf unserem Wildschutzgebiet zu reparieren und gar neu auf zu bauen. Ein Windmotor, welcher das Grundwasser aus 70m Tiefe hochpumpen muss, muss andauernd gepflegt werden. 

Rohre ziehen, ersetzen, Gestänge neu einschrauben, Köpfe abmontieren und neue Buchsen giessen lassen, Rohrleitungen pflegen… und dann auch noch der Pavian-Schaden, da kann ein jeder Farmer ein Lied von singen. Das alles kostet!

Freude kommt auf…

So kam ich auf /Horoseb* an, eine Wasserstelle, welche seit kurzem ein kleines Vermögen aus der Farmkasse plünderte. Das Wasser lief über! „Der Windmotor geht also noch“, die vorsichtige Denkensweise kommt so mit der Zeit, auch wenn die Gemeinschaft (einschliesslich Frau) immer das „positiv Denken bitte“ predigt. 

Kommt ein Farmer nämlich an eine Wasserstelle gefahren, wo er, oder sie, schon länger nicht mehr war, steigt immer diese kleine Angst im Kropfe hoch… die Angst vor gähnender Leere im Bassin, vor durstendem Vieh oder Wild. 

Heute war es wunderbar. Tausende Lerchenammern tranken an den Pfützen. An den Spuren erkannte ich, dass etliche Springböcke, Kudus, Gemsböcke, Zebras und Giraffen hier schon einige Zeit ihren Durst stillen. Ich saß einfach nur da und genoß es, dieses Leben! Dieses Aufleben und diesen Neubeginn! 

Lerchenammern / Lark-like Bunting

Ich hatte mich schon gewundert, warum sich die Vogelwelt nur so langsam erholt, aber nun sind sie endlich wieder da, die Lerchenammern… tausende!

Und ja, es lohnt sich! Ich werde weiterhin pflegen und lieben was meine Ahnen erbaut haben, auch wenn „die Farmerei sich nicht lohnt und Naturschutzgebiete sowieso nicht“. 

Gern! Der Tiere wegen!

Faktencheck:

Die Lerchenammer Emberiza impetuani hat sich übrigens erfolgreich vermehren können und ist nicht zugezogen. Lerchenammern sind monogam (also verheiratet) und legen ca. 3 Eier. Nach 25 Tagen sind die Küken flügge und die nächste Brut könnte beginnen.
Der wissenschaftliche Artname impetuani schafft noch etwas Kopfzerbrechen, stammt aber wohl aus der Sprache der Tswana.

*/Horoseb (der Schrägstrich deutet auf einen Schnalzlaut, welcher in den Khoi-San Sprache üblich ist) :“Hier muß es ein Besäufnis gegeben haben“, sagt mein Nama-Arbeiter David, denn /Horo bedeutet „saufen“ und das „b“ am Ende deutet auf den Trockenfluss, da in der Sprache der Nama alle männlichen Dinge mit „b“ enden (länglich) und alle weiblichen mit einem „s“ (ründlich). Desahalb enden viele Ortschaften an Quellen im südlichen Namibia mit „s“ und viele Trockenflüsse mit einem „b“.

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